Während in Leipzig nun bereits seit 36 Tagen ein Seminartrakt des Geisteswissenschaftlichen Zentrums besetzt wird, laufen sich auch andere Uni-Städte für den Bildungsstreik warm. In Bayern demonstrierten in der vergangenen Woche in insgesamt 11 Städten mehr als 17.000 Studierende gegen Studiengebühren. Sie überreichten zudem eine Petition mit mehr als 30.000 Unterschriften an den Bayerischen Landtag. In Mainz nahmen an einer Vollversammlung mit 250 Menschen ungewöhnlich viele Studierende teil und demonstrierten spontan über den Cam
pus in die Innenstadt. Hier soll es am Dienstag eine größere Demonstration im Vorlauf zu dem auf der Vollversammlung beschlossenen Bildungsstreik geben.
In Heidelberg wird bereits deutlich länger mobilisiert, ein Seminargebäude war in der „Global Week of Action“ besetzt worden. Am vergangenen Dienstag dann die wohl größte Studi-Demo die Heidelberg seit Jahren erlebt hat. 1200 Studierende, vor allem von der dortigen Pädagogischen Hochschule, machten ihrem Unmut auf der Straße deutlich. Auch diese Demonstration war offensichtlich spontan…
…nach einer Vollversammlung entstanden. Zunächst hatte es Kreuzungsbesetzungen gegeben, bis die Demo schließlich zum Rathaus marschierte.
Tolle Nachrichten gibt es auch aus Münster zu berichten. Die Vollversammlung an der Katholischen Fachhochschule (KFH) Münster war mit etwa 250 Studierenden gut besucht. Diese bilden etwa 25 Prozent der Studierenden der KFH Münster. Noch besser: Von den Anwesenden votierten gleich 99 Prozent dafür, an der Bildungsstreikwoche teilzunehmen. Die Studierenden wollen versuchen gemeinsam mit den DozentInnen ein alternatives Vorlesungsprogramm auf die Beine zu stellen und natürlich werden die Studierenden auch an der gemeinsamen Demonstration am Mittwoch, 17. Juni teilnehmen.
Ebenfalls am Dienstag protestierten tausende Studierende im italienischen Turin gegen den G8 – Universitätsgipfel, an dem 40 Universitätsrektoren aus zahlreichen Ländern teilnahmen.

Dabei kam es laut Indymedia UK auch zu Auseinandersetzungen zwischen Studierenden und der Polizei. Die Proteste wenige Wochen vor dem G8-Gipfel in Italien, werden auch als Vorlauf für Aktionen gegen den G8-Gipfel gesehen. Der Rektor der Technischen Universität Turin, der das Treffen ausrichtete, ließ verlauten, dass das Motto der vier T: Toleranz, Talente, Technologie und Turin – auch so gemeint sei. Der studentische Unmut sei jedoch deutlich sichtbar. „Wir haben große Kommunikationsprobleme. Wir müssen die Art und Weise, wie wir mit unseren Studierenden reden, ändern,“ sagte der Rektor Francesco Profuma.
Quellen: Email und Indymedia.
Schlagworte: Bildungsstreik, G8, Heidelberg, Italien, Katholische Fachhochschule, Vollversammlung
22. Mai, 2009 um 07:26 |
„Einer allein ist harmlos, ein paar Dutzend sind schon ein Schneeball. Wenn du dann nicht aufpasst, hast du eine Lawine in der Hütte….“
Die Lawine nimmt an Fahrt auf.
Kleine Korrektur: An der KFH (oder KatHo, wie sie inzwischen heißt) waren nur ca. 170 Studierende bei der VV. Das sind aber trotzdem ca. 25% der Studierendenschaft. Wir sind halt nich so groß…
26. Mai, 2009 um 01:41 |
Informationen zum Bildungsstreik in Bayern:
http://www.bildungsstreik-bayern.de