Radikale StudentInnenproteste in Barcelona, Paris und Helsinki

By ufafomuenster

Wie zahlreiche Nachrichtenagenturen berichteten, kam es am Mittwoch sowohl in Barcelona als auch in Paris zu Zusammenstößen von Studierenden mit der Polizei. Auch in Finnland protestieren die Studierenden gegen undemokratische Hochschulreformen.protest_spanien

Barcelona

Die Protestierenden in Spanien und insbesondere in Barcelona kämpfen seit Monaten gegen die Hochschulreformen, die unter dem Deckmantel des Bologna-Prozesses stehen. Bereits vor einem Jahr waren die Studierenden zu Zehntausenden auf die Straßen gegangen. Seit vier Monaten war das Rektorat der Universität Barclona von Studierenden besetzt. …


Am 12. März fand eine Demonstration in Barcelona statt mit etwa 12.000 TeilnehmerInnen. Im Anschluss an die Demonstration besetzten etwa 2000. Studierende das Hauptgebäude der Universität Pompeu Fabra. (siehe Bild) Die Besetzung durch etwa 200 Studierende wurde in der Nacht jedoch von der Polizei wieder aufgelöst. Währenddessen blieb das Rektorat der Universität Barcelona besetzt, bis am 18. März Polizeikräfte auch diese Besetzung der Uni-Gebäude zum Teil sehr brutal räumte. Es kam zu Festnahmen.

TV-Video vom eskalierenden Polizeieinsatz vor der Uni

Youtube-Aufnahmen vom Polizeieinsatz

Daraufhin gingen hunderte Studierende auf die Straße und fingen an zahlreiche Hauptverkehrsstraßen zu besetzen, so dass es in der Innenstadt zu einem Verkehrschaos kam. Am Abend kam es bei einer Demonstration zur Eskalation, die Polizei löste die Blockaden schließlich gewaltsam auf. Die Studierenden bewarfen die Beamten mit Flaschen und anderen Gegenständen.

Am Donnerstag den 19. März fand eine weitere Demonstration in Solidarität zu den Opfern von Polizeibrutalität und gegen die Kommerzialisierung des Bildungssystems statt. Die VeranstalterInnen sprechen von bis zu 50.000 TeilnehmerInnen.

Berichterstattung über die Großdemonstration

Paris

In Paris kam es einen Tag vor dem Generalstreik zu Ausschreitungen zwischen Studierenden und Polizei. In der Nacht auf Mittwoch war die „Nacht der Universitäten“ mit Randale im Vorzeigeviertel Montmartre geendet. Doch in Frankreich beteiligen sich die Studierenden auch friedlich an den Protesten. Studierende hatten am Mittwoch die Elitehochschule Science Po bestreikt und in einem Hörsaal eine Vollversammlung abgehalten.

Video der Besetzung mit Kommentaren (französisch)

Zwar waren zuvor die Studierenden der Universitäten in Paris nicht komplett mobilisiert, Berichte sagen jedoch, dass an bis zu 40 Universitäten in ganz Frankreich Blockaden, Besetzungen und Streiks stattfanden.
Am Donnerstag riefen Frankreichs Gewerkschaften zum Generalstreik auf, an dem sich auch Studierende, Universitätsangehörige und Schülerinnen und Schüler beteiligen. Die Proteste richten sich unter anderem gegen die Hochschulreformen der Bildungsministerin Valerie Pecresse

Finnland

In Finnland kam es am vergangenen Freitag zu ungewöhnlich großen Studierendenprotesten. Über 1500 Studierende, aber auch Universitätsangehörige protestierten in Helsinki gegen die dort, wie in ganz Europa, stattfindenden Hochschulreformen. In Finnland werden mit dem „University Act“ die Hochschulstrukturen zentralisiert, also auf das Rektorat ausgerichtet und extern besetzte Hochschulräte, „cabinet“ genannt, als höchste beschlussfassende Gremien der Hochschule eingesetzt.
Die Demonstration lief unter dem Motto: „Against the new University Act, for knowledge workers’ rights“ und übte ungewöhnlich harsche Kritik an der Regierung. Im Anschluss besetzten die Studierenden für mindestens einen Tag die Universitätseinrichtungen.

Weitere Artikel über europäische Hochschulproteste auf der uFaFo-Seite unter International.

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2 Antworten zu „Radikale StudentInnenproteste in Barcelona, Paris und Helsinki“

  1. Sonia sagt:

    Eine Anmerkung zu „Die Protestierenden in Spanien und deren Hauptstadt Barcelona“ — die Hauptstadt Spaniens ist NICHT Barcelona sondern MADRID.

  2. ufafomuenster sagt:

    Ups *g*
    In meinen Quellen wird sie immer die Hauptstadt Kataloniens genannt, weshalb ich wohl auf diesen Ausrutscher kam.

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