Bericht von der Senatssitzung der Uni Münster am 25.06.08 – Tagesordnungspunkt: Studiengebühren

By ufafomuenster

-JR- Nach der Darstellung der Verwendung allgemeiner Studiengebühren an der Universität Münster, forderte der Sprecher der ProfessorInnen, Herr Pohlers, die SenatorInnen dazu auf, „nicht allzu lange“ über Studiengebühren zu diskutieren, weil sich damit der „bald neu gewählte Senat“ beschäftigen könne. Diesem Wunsch wurde, zur Freude der anwesenden Studierenden nicht entsprochen. In der darauf folgenden Diskussion äußerten sich GebührengegnerInnen in großer Zahl. Beispielsweise Prof. Dr. Boos, SPD-Mitglied und einziger professoraler Senator, der bei der entscheidenden Abstimmung über Studiengebühren, gegen Studiengebühren stimmte. Er bemängelte, dass die „versteckten Kosten“, die Studiengebühren verursachten, nicht aufgezeigt worden seien. Diese, so meinte er, entstünden, weil die Studierenden durch Studiengebühren erheblich finanziell belastet würden. Sie würden nun, anstatt zu studieren, mehr arbeiten und in Verteilkommissionen sitzen.

Irene Thesing, uFaFo-Mitglied und AStA-Referentin stellte fest, das die Darstellung der Rektorats an mehreren Punkten beschönigt sei. Das Verfahren der Studiengebührenverteilung, so kritisierte sie, sei intransparent und es sei häufig vorgekommen, dass Entscheidungen an den Studierenden vorbei getroffen wurden.

André Schnepper, Juso-HSG, Geschäftsführer des Aktionsbündnisses gegen Studiengebühren und AStA-Referent kritisierte das Verteilverfahren und unterstrich dass Studiengebühren die Lehre nur bedingt verbessern würden.

David Herr, unabhängiger studentischer Senator und Student der Medizin der Universität Münster, legte dar, dass es nicht sein könne, dass „entscheidende Lehrvoraussetzungen“, die eigentlich das Bundesland NRW bezahlen müsste, um eine ausreichende Lehre zu gewährleisten, durch Studiengebühren finanziert werden würden. Ebenso sei Geld an den Fachschaften vorbei per Eilkompetenz verteilt worden und verschiedene Verteilkommissionen auf Fachbereichsebene übergangen worden.

Ein Senator bemerkte, dass ein Missbrauch von Studiengebühren durch eine Satzung nicht möglich sei. Ob die Universität Münster auch weiterhin Studiengebühren erheben würde oder nicht, müsse der demnächst gewählte Senat entscheiden. Dies sei eine rein politische Entscheidung.

http://www.uni-muenster.de/Senat/mitglieder.html

Schlagworte: , , ,

Einen Kommentar schreiben